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Blog von La Roche d'Or

Blog von La Roche d'Or

Gemeinschaft Roche d'Or in Besançon und Fontanilles

Veröffentlicht am von Jean-Luc Koeppel
Veröffentlicht in : #im Laufe der Zeit

Es gibt eine Kartografie der Orte, an denen man sich aufbauen kann, wie z. B. Taizé, Paray le Monial, Tamié, St. Benoît sur Loire, Vézelay, Santiago de Compostela usw. und natürlich La Roche d'Or! ... Und es gibt die innere Geografie eines jeden Menschen, der dem Weg seiner inneren Landschaft folgt und dorthin geht, wo es ihm entspricht. Und es gibt sogar welche, die nach La Roche d'Or kommen ...! Das ist das Geheimnis Mariens, die das Herz jedes ihrer Kinder kennt und sie dorthin lenkt, wo es für sie und für mehr als sie gut ist.

Während dieser ganzen "Heiligen Woche" - denn Allerheiligen ist unsere dritte Heilige Woche - hat Olivier das Geschenk des Himmels, die Gründung unserer Roche d‘Or im dreiundsiebzigsten Jahr, auf wunderbare Weise geehrt. Dieses Fest der ganz nahen Maria in der Herrlichkeit der Aufnahme in den Himmel, die uns dann ständig aufgesucht, ist das Geschenk der Geschenke in dieser Zeit, in der die offiziellen Heiligen wie auch die anonymen Heiligen im Mittelpunkt des Festes stehen. "Der Tag stört die Nacht jeden Morgen; der Geist stört die Mittelmäßigkeit jeden Augenblick." (Florin Callerand) So stirbt die Nacht bei jedem Tagesanbruch.


Ich hörte ein Interview mit einer Schweizer Thanatologin, (Sterbeforscherin, Anm.d.Übers.) die die Absurdität beklagte, dass man heute nicht mehr über den Tod sprechen wolle: "Weil der Tod das Leben ist", verteidigte sie sich. Sie konnte nicht erklären, warum sie so empfand, aber sie war zutiefst davon überzeugt, da sie die Präsenz ihrer 36-jährigen Tochter in sich spürte, die bei einem Unfall ums Leben kam und mit der sie wie mit anderen Familienmitgliedern unzerstörbar verbunden blieb. Was mich berührte, war, dass sie die Quelle dieses Lebens, das sie in sich spürte, nicht identifizieren konnte, da sie für das Vokabular der protestantischen wie auch der katholischen Religion undurchlässig war. Sie war wie ein Schaf, das gutes Heu riecht, aber die Scheune nicht findet, aus der es kommt. Ich bete zu Maria, dass sie sie in ihrer inneren Geographie erreicht, indem sie ihr zum Beispiel die Internetadresse von La Roche d'Or gibt... die Schweiz ist ganz in der Nähe..."

„Die Welt reduziert sich nur auf das Sichtbare für den Nachlässigen, die in der Gewohnheit leben, den Unaufmerksamen. Die Stunden sind Bahnhöfe, auf denen die einen einsteigen, die anderen aussteigen, immer in unbekanntes Land. Die Landschaft ist für denjenigen, der weiß, dass jeder Schritt zählt, voller Vorzeichen und Passagen. Das Leben wird dann zu dieser Geduld eines jeden Augenblicks: das Bewohnen einer Wohnung, die nicht aufgehört hat, heilig zu sein, die den Abdruck des Göttlichen trägt. In diesem Land ist nichts abgeschlossen: Jeder, der sich für seinen berufenen Hüter hält, verurteilt sich selbst dazu, es zu verlieren...". Es ist Jean-Pierre Lemaire, der die obigen Zeilen schreibt und zu den Freunden gehört, die sich im Himmel und auf Erden kennen, nämlich Bobin, Grosjean, Kerwich, usw...

Und in dieser Woche des Festes Allerheiligen des Himmels, die auf der Erde sind, hat mich die Aussage von Jean-Marie Kerwich, dem Zigeuner der Gruppe, besonders berührt. Er würde zweifellos die Frau Thanatologin bestärken...: "Als Kind kam es vor, dass mein Vater mich schlug, und ich vergoss Tränen. Aus Angst suchte ich Zuflucht bei einem Baum und lehnte mich an sein Herz. Nachdenklich bastelte ich aus einem Stück Papier ein kleines Boot und ließ es auf meinen Tränen segeln. Wenn mein Vater mich schlug, wusste ich nicht, dass ein Engel die Schläge für mich empfing. Heute, trotz seines Schweigens, seiner Abwesenheit im Unkraut meiner Zweifel, spreche ich mit ihm. Weil ich weiß, dass er mir zuhört. In der Intimität eines Gedankens lege ich meinen Kopf auf seine unmerkliche Schulter...".

Und wie Florin uns sagt: "Unser Werden als Kinder Gottes ist ein unendliches Werden, und wir werden nie angekommen sein, sondern immer in der Bewegung des Wachsens und Werdens!". Das ist doch eine innere, unkartierbare Geographie: die Freiheit!


Jean-Luc Koeppel

 

Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz