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Blog von La Roche d'Or

Blog von La Roche d'Or

Gemeinschaft Roche d'Or in Besançon und Fontanilles

Veröffentlicht am von Danièle Valès

„Wenn wir darauf bestehen, dass der Mensch das Abbild Gottes ist, dürfen wir nicht vergessen, dass jedes Geschöpf eine Funktion hat und keines überflüssig ist. Das gesamte materielle Universum ist eine Sprache der Liebe Gottes, seiner grenzenlosen Zärtlichkeit uns gegenüber. Der Boden, das Wasser, die Berge, alles ist eine Liebkosung Gottes...“ Laudato Si’, S. 84

 

Diese Botschaft erreicht Sie zum Ende der Feierlichkeiten zur Schöpfung. Auch in diesem Jahr feiern wir den 800. Jahrestag des „Sonnengesangs“ des heiligen Franz von Assisi. Es ist ein Jubiläumsjahr, ein Jubiläum der Kirche, unser Jubiläum, das Jubiläum unserer kleinen Gemeinschaft La Roche d'Or, die auf 75 Jahre Gnade zurückblicken kann. All dies beschäftigte mich, als ich mich daran machte, diese Botschaft zu schreiben, in Erwartung, dass Sie unseren Jahresbrief Ende des Monats erhalten würden.

Ich verbrachte ein paar Tage Urlaub am Mittelmeer, wo ich lange Spaziergänge an wunderschönen Stränden machen konnte, die aufgrund der Jahreszeit fast menschenleer waren. Berauscht von Licht, Wind, Sand und Meer lauschte ich den Wellen, sie sprachen zu mir, und mir kam diese Passage aus Laudato Si' in den Sinn. Es schien mir, als seien die Wellen die Liebkosungen Gottes und als bringe mir das Meer das Flüstern seiner Zärtlichkeit. Dann erinnerte ich mich plötzlich an den Besuch von Papst Franziskus in Marseille, wo er vor dem Meer stand und der ertrunkenen Migranten gedachte, und mir schien, als hörte ich in den Wellen eine Trauer, eine unermessliche Trauer. Das Meer weinte... Es weinte nicht nur darüber, dass wir sein innerstes Leben, seine Bewohner, seine Fauna, seine Flora, alles, was wir verschmutzt haben, zerstört haben, sondern, noch tiefer, hörte ich seine Tränen, das Meer von Tränen, das es unaufhörlich vergießt, wenn die Ertrunkenen der Ungerechtigkeit, der Angst, der Gleichgültigkeit in es hineinregnen, man nennt sie Migranten! Plötzlich schien es mir, als würden die Wellen all ihre Kinder wiegen, die sie nacheinander aufnimmt, um sie sanft entweder in den unbekannten Tiefen ihrer geheimen Gewässer oder an einem unserer Strände abzusetzen, wenn auch nur, um das Gewissen ein wenig zu wecken. Ja, die Liebkosung der Wellen, die Liebkosung meines Gottes, sie besteht aus all dem.

Dennoch lautet das Thema dieser Gebetszeit für die Bewahrung der Schöpfung, der gesamten Schöpfung, „Samen des Friedens und der Hoffnung“! Vielleicht ist es an der Zeit, sich mit dem „Sonnengesang“ des Heiligen Franz von Assisi auseinanderzusetzen, von dem manche vielleicht noch glauben, dass er in einer ländlichen Meditation geschrieben wurde, mit den Füßen in einem Bach...! Oh nein: Er ist das Ergebnis eines Kampfes, ein Lied der Auferstehung. Pater Eloi Leclerc ordnet die Entstehung dieses Textes zwei Jahre vor dem Tod des Franziskus auf bewundernswerte Weise ein und hilft uns, dessen Bedeutung zu verstehen.

„Seit seiner Rückkehr aus dem Orient litt Franziskus an einer eitrigen Augenentzündung, die sich plötzlich verschlimmerte und ihn fast vollständig erblinden ließ. Heftige Kopfschmerzen quälten ihn, und Klara brachte ihn mit seinen Gefährten in einem kleinen Haus neben dem Kloster San Damiano unter. Um Franziskus' Augen vor dem grellen Tageslicht zu schützen, richtete sie eine Nische mit Schilfmatten ein. Über fünfzig Tage lang blieb er in diesem dunklen Zimmerchen, ohne tagsüber auch nur den geringsten Sonnenstrahl und nachts das Licht des Feuers ertragen zu können. Seine Augen schmerzten so sehr, dass er sich weder ausruhen noch schlafen konnte...

Franziskus grübelte im Halbdunkel seiner Schilfhütte über diese Gedanken nach. Tag und Nacht. In der Ferne seiner Erinnerung hörte er erneut den Ruf des Herrn: „Franziskus, geh und stelle mein Haus wieder her, das verfällt.“ Angesichts dieses Rufs erschien alles, was er bis dahin unternommen hatte, so unbedeutend, wie Spott, ja sogar wie ein Misserfolg! …

In einer Nacht voller Schlaflosigkeit und Leiden war Franziskus am Ende seiner Kräfte und kurz vor der Entmutigung. Er flehte Gott an, sich seiner zu erbarmen. Da hörte er eine innere Stimme: „Franziskus, freue dich, als wärst du bereits in meinem Reich ...“. Und gleichzeitig erfüllte ein sehr sanftes Licht seine Seele: das Licht des nahen Reiches. Und dieses Licht ließ ihn alle Dinge neu sehen. Es war wie ein Ostermorgen. Die ganze Welt schien in diesem Moment von der Herrlichkeit Gottes berührt zu sein. Das Reich hatte bereits hier und jetzt begonnen. Es war herrlich, dabei zu sein.

Es war nicht mehr die Zeit, sich zurückzuziehen, zu stöhnen oder zurückzuschauen und von etwas anderem zu träumen. Es war Zeit zu feiern und zu singen. „Freue dich ...“, das war es, was der Herr jetzt von ihm erwartete. Sich mit der ganzen Schöpfung zu freuen. „Deine Aufgabe ist die Freude, die Freude an allen Dingen zusammen.“ Es gab nichts Wichtigeres für die Zukunft der Kirche und der Welt. Auch das war eine Wiederherstellung des Hauses Gottes!“ (aus „Le cantique de Frère Soleil. Le chant des sources“ von Eloi Leclerc, Éditions Franciscaines)

 

Ja, der Sonnengesang ist ein Lied der Auferstehung, des Triumphs über den Tod, die prophetische Ankündigung eines Sieges, der bereits im Keim vorhanden ist, in der gesamten Schöpfung und für die gesamte Schöpfung. Eine Sache bewegt mich besonders: Während langer Wochen litt Franziskus enorm unter „Messire le soleil” („Herr Bruder Sonne“), deren Strahlen ihm schmerzhaft in den Augen brannten und vor denen er sich den ganzen Tag verstecken musste. Dennoch ist sie das erste Geschöpf, das er besingt, und das mit welcher Zärtlichkeit! Die Situation von Franz von Assisi verleiht seinem Sonnengesang eine Kraft des Glaubens und der Auferstehung, die die acht Jahrhunderte überdauert, die uns von seiner Niederschrift trennen. 

 

Im Herzen des großen Jubiläumsjahres der Kirche feiern wir in diesem Monat Oktober unser 75-jähriges Bestehen. Unsere Dankbarkeit für das im Laufe dieser Jahre vollbrachte Werk möchten wir Ihnen zunächst mit der Veröffentlichung einer neuen CD mit dem Titel „Viens que je te parle à l’oreille” (Komm, dass ich dir ins Ohr flüstere) und die Psalmen sowie mehrere bisher unveröffentlichte Lieder enthält, die wir vertont haben. Sie wird ab Allerheiligen in unserer Buchhandlung erhältlich sein und sehr bald auch auf den Musikplattformen, auf denen wir bereits vertreten sind (Spotify, Deezer, Apple Music).

 

Darüber hinaus wird dieses Jubiläum in jedem unserer Häuser mit einer besonderen Veranstaltung gefeiert:

•    In Les Fontanilles wird Olivier vom 18. bis 23. Oktober eine Exerzitienreihe über die Erscheinungen von Lourdes predigen: „Das Evangelium des Glücks nach Maria und Bernadette von Lourdes“. Während dieser Exerzitien wird zusammen mit dem Bildhauer Alain Dumas die Statue der Bernadette gegenüber der Grotte der großen Kaskade aufgestellt und eingeweiht. Maria und Bernadette werden sich auf der anderen Seite der Pyrenäen nicht fremd fühlen! Wir freuen uns, dass dieser Ort Les Fontanilles, was „kleine Quellen” bedeutet, endlich dieses Zeichen erhält, das uns mit den Ursprüngen unserer Geschichte verbindet. Im Gebetsraum von La Roche d'Or finden wir dieses erstaunliche Foto, auf dem sich „zufällig” das Foto der Fundamente der Krypta und das der Grotte von Lourdes mit ihren Kranken überlagern.

•    In La Roche D'Or wird unser Erzbischof am 1. November im Rahmen der Exerzitien eine Dankesmesse feiern, zu der wir alle herzlich einladen, die daran teilnehmen möchten. Am Nachmittag des 1. November 1950 traf Monsignore Dubourg, Erzbischof von Besançon, Florin Callerand in Gouille und bestätigte ihn in der Gnade, die er durch die Heimsuchung Mariens empfangen hatte, und erkannte darin die Gründungsgnade unserer Gemeinschaft. Am 1. November 2025 um 17 Uhr wird der Erzbischof von Besançon, Monsignore Bouilleret, unser 75-jähriges Bestehen feiern und für die Treue der Gnade Gottes danken, die unsere Geschichte stets begleitet hat.

 

Das ganze Jahr über haben wir mit Florin Callerand unser Haus in La Roche d'Or besucht. Nachdem wir Ihnen im April die Geschichte des Kreuzes von La Roche d'Or und seine Bedeutung und im August die Geschichte des großen Wandteppichs in der Kapelle vorgestellt haben, freuen wir uns, Ihnen heute Florins Erzählung und Interpretation der Glasfenster in der Krypta vorstellen zu dürfen. Der Künstler, der sie geschaffen hat, Paul Décrind, Maler aus der Franche-Comté, ist auch Florins Freund aus Kindertagen, der unzertrennliche Partner seiner Abenteuer als Kind in seinem Heimatdorf Maîche.

Wie Sie sehen, begnügte sich Florin nicht damit, zu predigen, zu bauen und zu pflanzen, sondern er wollte auch Orte mit sprechenden Werken prägen. Das Kreuz der Roche d'Or, der Wandteppich der Kapelle und die Glasfenster der Krypta sind, wie wir sehen, Werke des Dialogs: Dialog zwischen dem Künstler und dem Seher, Dialog zwischen Wort und Materie, Dialog zwischen Vertrauen und Respekt...

Schließlich schleicht sich der winzige Wassertropfen des Kolibris zwischen diese großen Begegnungen und nimmt uns mit auf einen mystischen Spaziergang... zum Müllraum!!!

Vielen Dank für Ihre Treue, wir bleiben zusammen...

 

Danièle Valès


Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz

 

 

Die Glasfenster der Krypta: ein Regenbogen, der die Geschichte der Erlösung nachzeichnet.

Man muss davon ausgehen, dass alle Geschöpfe auf die eine oder andere Weise Vermittler Gottes sind... selbst in Werken, die keinen Platz in einem Museum haben, gibt es, da sie von einem Menschen stammen, den Ausdruck eines Inneren, den Ausdruck einer tiefen Schwingung, dort, wo Gott sie erschafft. der Künstler Paul Décrind ein aufrichtiger Mensch ist, auf seine Weise ein Poet, der zum ersten Mal in seinem Leben vor einem Auftrag stand, der ihn verwirrte. Ich bat ihn um einen horizontalen Regenbogen... [Lesen Sie Mehre...]

 

Eine kleine Geschichte vom Wasser… Loblied auf das Alltägliche… im Müllraum!

Der Duft von Äpfeln empfing mich, als ich mit meinem Mülleimer in der Hand die Schwelle des Schälraums überschritt... [Lesen Sie Mehre...]