Overblog Alle Blogs Top-Blogs Religion & Glauben
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Blog von La Roche d'Or

Blog von La Roche d'Or

Gemeinschaft Roche d'Or in Besançon und Fontanilles

Veröffentlicht am von V. Florin Callerand
Veröffentlicht in : #Texte von Florin, #singen, #Die Karwoche leben

Wir richten unseren Blick auf diesen Auszug aus dem Buch "Marie, mon secret" (Maria, mein Geheimnis) von Florin Callerand. In der Einleitung zu diesem Buch schreibt Françoise Porte: "Florin drückt "das Innere Mariens" in solch einfachen Worten aus, dass man den Eindruck bekommt, er habe es aus nächster Nähe anvertraut bekommen.

 

Bei Jesus am Kreuz war die Fürsprecherin, Maria!

Ihr seht die Mutter; sie ist da, und hört Jesus, der am Ende seiner Kräfte ist, und sie blickt Jesus und den Hauptmann an. Ihr Blick lässt den Hauptmann, der da steht, verstehen, dass er auch eine Mutter gehabt hat. Und im Anblick dieser Frau sagt sich der Hauptmann: "Meine Mutter, was würde sie tun? Meine Mutter…" Und Maria blickt ihm ins Gesicht, in die Augen. Die Fürsprecherin, die den erschöpften Jesus hält, der vor Durst schreit... Und nun strecken die vier Soldaten, die da sind, und alle vier zusammen, den Schwamm zum Trinken hin. "Sie gaben Ihm zu trinken" Ihr seht den Sieg der Fürsprecherin, die das Herz der Rohlinge verwandelt hat, die Jesus gekreuzigt haben, die Jesus verspottet haben, und die Ihm letztendlich nicht irgendetwas zu trinken geben, sondern ihren eigenen Trank, mit ihrem eigenen Schwamm! Denn man trank aus dem Schwamm. Dann sagt Jesus: "Vater, in deine Hände lege ich meine Seele …!" Die Fürsprecherin hat ihre Arbeit getan! Sie stand nicht wie ein Pflock an der Seite des Leibes Jesu. So "sehe" ich die Dinge: Er wird Hirte derjenigen, die Ihn gekreuzigt haben. Das ist es, wozu Maria, die bei Jesus ist, dient. Sie hat das Band gewoben.

Ohne die Fürsprecherin hätte man ihm nicht zu trinken gegeben. Ohne die Fürsprecherin wäre er beim "Warum, warum hast Du mich verlassen!" geblieben. Aber die Fürsprecherin ist gekommen, also ist er gestützt, begleitet. Er ist nicht ganz allein, und er sagt: "Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!", weil die Fürsprecherin ihn hält, weil er den Atem seiner Mutter an seinen Beinen, an seiner Seite spürt. Sie ist da!

Ein Fürsprecher ist derjenige, der vom Kläger, vom Angeklagten angerufen wird. Und Maria ist gekommen. Sie ist ihm zu Hilfe geeilt. Andernfalls hätte Jesus sein Leben niemals in die Hände des Vaters legen können. Und weil die Fürsprecherin gekommen ist, hat er gespürt, dass der Vater wahrhaftig da ist. Sie ist wie die fleischgewordene väterliche Fürsorge des Vaters gewesen. Und darum hat er den Kopf gesenkt und seinen Atem auf Maria gehaucht. Auf diese Weise hat er seinen Atem in die Hände des Vaters übergeben. Und Maria, die alles gewoben hat, hat standgehalten! Das Ergebnis ist der Ausruf des Hauptmanns: "Oh, dieser hier war ein Sohn Gottes!" Und die Soldaten geben Jesus zu trinken, der "Tetelestai" schreit, weil er den Empfang, den der Vater ihm bereitet, annimmt und erkennt. "Es ist erreicht, ich habe es geschafft! Vater, gib mir die Herrlichkeit, die ich vor aller Ewigkeit innehatte! Und ich will, dass sie mit mir sind, da, wo ich bin!" "Tetelestai" ! Ziel! Es ist erreicht! Die Fürsprecherin hat ihre Aufgabe erfüllt!

 

Florin Callerand, «Maria, mein Geheimnis!», © 2010, p.85


Text ins Deutsche übersetzt von Marie-Françoise CHRISTEN

 

"Rester près de toi Marie", CD Tissage d'or 6 (Communauté de la Roche d'or)