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Blog von La Roche d'Or

Blog von La Roche d'Or

Gemeinschaft Roche d'Or in Besançon und Fontanilles

Veröffentlicht am von P. Florin Callerand
Veröffentlicht in : #Texte von Florin, #singen, #Die Karwoche leben

Es gibt keinen Moment in Seinem irdischen Leben, in dem Jesus nicht nach der vollen Herrlichkeit Gottes strebte, für sich selbst und für uns mit Ihm, bewegt von dem Wunsch nach der Auferstehung.

Wenn schon vor der Verkündigung Maria von Nazareth das Kommen eines Messias herbeisehnte, der der Welt das bringen würde, was bis dahin die größten Propheten, weil sie nur Menschen waren, nicht geben konnten, wie viel mehr bedeutet es, wenn der Sohn Gottes kommt, der Inspirator des Wunsches seiner zukünftigen Mutter, und sagt zum Vater: "Wann wird die Ausgießung deiner Herrlichkeit über deine Schöpfung sein?"

Die Evangelien, besonders die von Lukas und Johannes, zeigen uns Jesus in einem ständigen Zustand des Gebets, d.h. der Bitte, dass der Wille des Vaters geschehen möge. Dieser höchste Wille, der nicht ein bestimmter Punkt des zu verwirklichenden Programms des Evangeliums ist, sondern der große und erste und absolute Wille: die Teilhabe an der göttlichen Existenz mit allen seinen Geschöpfen! Der Eintritt der geschaffenen Welt in die Ära der Freiheit, der Liebe, auf allen Ebenen, der Eintritt in die Unermesslichkeit und Ewigkeit.

Selbst wenn es keine Sünde zu läutern gegeben hätte, weder eine Erbsünde noch eine andere, hätte sich der Sohn Gottes im Zustand eines menschlichen Geschöpfes „zu Grunde gerichtet“, um den Durchbruch zur befreienden Herrlichkeit zu schaffen! Deshalb betete Jesus sein ganzes Leben lang, erfüllt von seiner Absicht der Menschwerdung, unaufhörlich und seufzte: "Vater, Vater! Die Stunde ist gekommen, verherrliche deinen Namen!" Neunzehnmal wird im Johannesevangelium erwähnt, dass diese Stunde kommt oder bald kommen wird (Kap. 2, 7, 17, 19).

Der heilige Paulus sagt, dass "der Geist in uns mit unaussprechlichem Seufzen betet, und dass das, was der Geist bittet, dem Willen Gottes entspricht"
(Röm 8,26-27). Das ist das wesentliche Gebet von Jesus in uns, das um die Auferstehung bittet.

Nichts kann absolut improvisiert werden. Auch in einem Menschenleben: Die Züge des Genies, die scheinbar spontan hervortreten, sind in Wirklichkeit durch eine lange Arbeit und Assimilation in den tiefsten Schichten der Persönlichkeit, sogar im Unterbewusstsein, vorbereitet. Dies ist in der Tat der Fall im Leben der Heiligen, die uns durch ihre großen Taten in Staunen versetzen. Ihre Treue und ihre Übungen der "kleinen Schritte" haben in Wirklichkeit die erhabene Gnade vorbereitet, die sich in diesem Glanzstück manifestiert.

Die Gnade Gottes und seine Eingebungen nehmen zu, aber in der gleichen Richtung, als ob sie sich aneinander lehnen wie die Wellen des Ozeans, um einander zu folgen.

Wir sollten nicht glauben, dass das "fiat", das "Ja" der Verkündigung Mariens nicht von frühester Kindheit an durch eine Übereinstimmung, ich möchte sagen, eine regelmäßige, gewohnheitsmäßige Übereinstimmung, mit der Gnade vorbereitet und ermöglicht wurde! Von "Ja" zu "Ja" kommen wir zu dem endgültigen Geschenk.

In den letzten Worten Jesu am Kreuz, wenn er dieses höchste Wort sagt: "Vater, ich lege meinen Geist in deine Hände", muss man sehen, dass er dies unter unzähligen Umständen schon getan hat. Für Ihn gehörte es zum täglichen Leben und zum ewigen Leben. Und so, ob Er nun schläft, wacht, mit Josef arbeitet, Seine Apostel lehrt oder Seinen Feinden gegenübersteht, dieser Schrei des Sohnes nach Herrlichkeit ist Ihm immer gegenwärtig, es ist Sein eigener Atem. Kein Schlag Seines Herzens, keine Ausdehnung Seiner Lungen, die dem Vater nicht noch einmal sagen, warum Er gekommen ist: "damit die Menschen Leben in Fülle haben!"

Er betet für Ihn. Aber als universeller Mensch durch seine göttliche Natur, betet er für alle Menschen und alle Geschöpfe. Er hört nicht auf, dem Schöpfer den Atem wieder zu geben, den der Schöpfer seinen Geschöpfen gegeben hat, um ihn zu verstärken, zu verewigen, zu vergöttlichen! Das höchste Wort Jesu am Kreuz offenbart uns noch mehr als andere, dass wir mit ihm auf diese Weise beten müssen. Es ist, als würde Jesus uns provozieren: "Willst du Gott werden, dann gib Ihm deinen 'Nicht-Gott'-Atem, damit Er ihn den Seinen einführen kann."

Ohne diesen Schrei aus dem Herzen ist die Auferstehung unmöglich. Wir sehen nicht deutlich genug, dass Ostern die vollkommene Erfüllung des Karfreitagsgebetes und des ganzen menschlichen Lebens des Gottessohnes, unseres Lehrers und Meisters, ist!

Die letzte Kommunion, die ein Sterbender empfängt, wurde "viaticum" genannt, um zu betonen, dass es sich um die Wegzehrung für die große Reise handelt, aber es sollte auch gesagt werden, dass jede Kommunion mit diesem Namen bezeichnet werden kann. So wenige Christen stellen die Verbindung zwischen dieser sakramentalen Geste und dem daraus resultierenden Glanz der Herrlichkeit auf ihrem eigenen Körper her, nicht nur am Ende der Zeit, sondern auch heute! Kommunizieren mit Christus, um sofort und auch später mit ihm aufzuerstehen! Jeden Tag haben wir mit Ihm immer mehr aufzuerstehen. Die Ausstrahlung seines Heiligen Geistes wird der Beweis dafür im ganz Konkreten unserer täglichen Existenz sein.

Gleichzeitig wird das Gesicht, das am "letzten Tag" das unsere sein wird, erscheinen, noch verhüllt wie eine große Prophezeiung, das unsere und das von Jesus zugleich, in gegenseitiger Durchdringung, aber ohne jede Verwechslung!

So müssen wir unsere eigene Auferstehung vorbereiten und steigern, das gemeinsame Werk von Gott und Mensch, das große Werk dessen, der alles gibt, das unverzichtbare Werk dessen, der alles empfängt.

Florin Callerand
Auszug aus "Wohin soll ich gehen", p.84-92, © 2002

 

Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz

"Exultez de joie !", CD Tissage d'or 2 (Communauté de la Roche d'or)