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Blog von La Roche d'Or

Blog von La Roche d'Or

Gemeinschaft Roche d'Or in Besançon und Fontanilles

Veröffentlicht am von P. Roger Robert
Veröffentlicht in : #Texte von Roger, #singen

Im Bericht über die Heimsuchung (Lk 1,39-56) erscheint die Schnelligkeit Marias deutlich: Sobald sie das vom Heiligen Geist empfangene Kind trägt, setzt sie sich in Bewegung.

Was ist diese Schnelligkeit? Diese Geschwindigkeit kommt nicht einfach daher, dass man gute Beine hat, sondern sie kommt vom Heiligen Geist. Sobald man Jesus in sich trägt, läuft man. Sobald man die Stimme Jesu durch die Stimme Marias hört, jubelt man! Sobald sie diese Stimme hört, wird Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt, sie spricht mit lauter Stimme, sie segnet, und Maria ruft hinaus. Aus dem Empfang, den Maria erlebte, entwickelt sich eine ganze Intensität. Dem, der zu ihr sagte: "Ich will durch dich kommen, wenn du es willst", antwortete sie: "Es geschehe mir nach deinem Wort".

Meine Augen sind auf diese Schnelligkeit des Heiligen Geistes gerichtet, denn es geht um den Kampf, von dem in der Offenbarung gesprochen wird (Offb 11,19a; 12,1-6a, 10ab). Was in der Welt normalerweise vor sich geht, ist die Verlangsamung, die zum Tod führt. Wenn man tot ist, bewegt man sich nicht mehr. Alle Formen der Verlangsamung finden ihre Vollendung im Tod. In der Offenbarung ist von einem schrecklichen Zerstörungswerk die Rede, das in der sehr mächtigen Gestalt eines Drachens mit zehn gekrönten Köpfen dargestellt wird. Das bedeutet, dass er große Macht hat, dass er derjenige ist, der zerstören will. Er will das Kind verschlingen und steht vor der Frau, die in den Geburtswehen schreit.

Der Drache, der verschlingt und so mächtig ist, ist genau derjenige, der die Langsamkeit in uns hineinlegt, der nicht will, dass das Kind, das von der Frau geboren ist, läuft, dass es kommt. Johannes verbindet in der Offenbarung das Weihnachtsgeheimnis mit dem Geheimnis des Karfreitags und der Auferstehung, und das ist eine äußerst tiefgründige theologische Vision.

Paulus sieht das ganz klar, wenn er schreibt: "Christus ist von den Toten auferstanden, damit er der erste sei, der von den Toten aufersteht. (vgl. 1. Korinther 15,20-26) Ja, Christus ist auferstanden, aber er muss zum Ende kommen. Der Sieg ist sicher, aber wir müssen weiter kämpfen, bis er alle Mächte des Bösen vernichtet hat. Eines ist jetzt sicher: Derjenige, der uns ins Dasein ruft, kann es nicht akzeptieren und hat es auch nie akzeptiert, das Dasein für den Tod zu geben. Der ewige Gott hat niemals zugestimmt, dass etwas existiert, das nicht in der Ewigkeit enden würde. Gott kann sich nicht selbst widersprechen.

Aber wann wird das geschehen? Wie wird sich dieser Sieg in uns vollziehen? Was ist diese Schnelligkeit, die kommen soll? "Maria in großer Eile... Maria in großer Eile."


Es geht also vor allem um das Geheimnis des Empfangs. Maria, wenn sie schnell kommt, ist zunächst eine Frau, die eine andere Frau begrüßt. "Sie ging in das Haus des Zacharias und grüßte Elisabeth", sofort geht die Frau zu der Frau. Maria wusste, dass diese Geburt ein Wunder Gottes war, denn Elisabeth war unfruchtbar (vgl. Lukas 1,7). Und Elisabeth wusste, dass dieses Kind von Gott gegeben war, und sie fragte sich: "Warum tut Gott das? Was hat er vor?"

Deshalb kommt Maria und grüßt sie einfach... Ich mag dieses Wort "gegrüßt" sehr, denn in der Tat trägt jede Erfahrung mit Maria den Abdruck dieser Zartheit, die ihr sehr eigen ist, man weiß, dass sie es ist, es ist wie die Einfachheit eines Hallo, es gibt eine Frische, eine Klarheit... Die Worte sind einfach, aber die Intensität der Klarheit, die Intensität dieser Frische gehört nur ihr, als ob diese Einfachheit einer BegrüBung, die die Rettung Gottes durch sie ist, die Macht hätte, in uns alles zu beseitigen, was Nebel, Trübung, Lärm ähnelt. Und diese klare Stimme hat die Macht, uns zu befreien von dem, was den Heiligen Geist daran hindert, zu fließen.

Da ist zunächst einmal die Erregung des Kindes, und das ist sehr wichtig, das Jubeln des Kindes, das noch ein sechs Monate alter Fötus ist, das ist unmöglich! Im Alter von sechs Monaten bewegt sich ein Kind bereits im Mutterleib, was hat es also mit dieser "Erregung" auf sich? ... Der heilige Paulus sagt: "Gott erwählt was schwach ist, Gott erwählt was keinen Namen hat, Gott erwählt was man verachtet. (vgl. 1. Kor. 1,27-28) Wenn ich von dem kleinen Johannes dem Täufer spreche, denke ich an das Kind in jedem von uns, das Kind, das noch nichts weiß, das Kind, das im Mutterleib liegt und eingewickelt ist... Es gibt ein Kind in uns, und ein Kind, das nur leben kann, wenn es jubelt.

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf diese Worte der Schnelligkeit, der Begeisterung und auf die ganze Atmosphäre der Freude, die dort herrscht, und gleichzeitig des Kampfes lenken. Es ist die Erregung des Kindes, die Elisabeth diese Sprache von Fleisch zu Fleisch, vom kleinen Kind zur Mutter, hören lässt, und dann ist sie vom Heiligen Geist erfüllt. Man kann nur schreien, man kann nur jubeln, wenn man mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, und das bedeutet, dass es nicht aufhören kann: Dieses Leben fließt über und wird niemals aufhören.

Und das Kind versteht es, und die Mutter versteht es, und sie öffnet ihren Mund mit diesen Worten, die wir uns zu eigen machen können: "Du bist gesegnet unter allen Frauen", nicht über allen Frauen, sondern "unter allen Frauen". Da ist die geheimnisvolle Solidarität dieser Frau mit allen Frauen. "Und gesegnet bist du inmitten aller Frauen, die Leben schenken, weil du an die Worte geglaubt hast, die Gott zu dir gesprochen hat, Worte, die sagen wie der Schoß Gottes ist. Und das, was aus dem Schoß Gottes in den Schoß deiner Mutter, Maria, übertragen wurde, ist eben die Ewigkeit, das Leben, das der Tod nicht zerstören kann.“

"Wie habe ich das Glück, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt." Das ist es, was Florin am 1. November 1950 wahrgenommen hat: Maria in ihrer Himmelfahrt besucht ständig das Herz des Gewissens. Und ihre Stimme, wenn wir sie hören, ermöglicht es uns, in diese Dankbarkeit, in diesen Schwung bewunderten Erkennens einzutreten: "Wie glücklich bin ich, dass mein Herr zu mir gekommen ist! ... Denn als ich deine Worte des Grußes hörte, sprang das Kind in mir auf.“  Und das ist das Evangelium, das hier in einem Satz zusammengefasst ist: "Glücklich! Alles ist da, glücklich ist sie, die an die Erfüllung der Worte geglaubt hat, die der Herr zu ihr gesprochen hat."

So wie Florin diese Gnade empfangen hat: "Maria Heimsuchung dauerhaft im Herzen des Gewissens", diese Gnade kann verschwinden, wenn in uns der Schwung erlischt, wenn wir uns daran gewöhnen, wenn wir es nur einfach wiederholen.

Der Schwung kommt aus dem Herzen, es ist der Schwung des Kindes, es ist der Schwung von Elisabeth, der sie die Stimme Marias hören lässt, und in diesem Moment kann die Stimme Marias ihre ganze Fülle annehmen, und ihr Lied kommt in uns an: "Mein Atem ist im Rhythmus mit Gott, meinem Heiland". Wenn Sie mit jemandem gehen, muss Ihr Rhythmus, Ihr Atem mit dem Atem des anderen übereinstimmen, damit Sie gut zusammen gehen können. Wenn Sie langsamer werden, wenn sie nicht den gleichen Rhythmus haben, dann können Sie nicht jubeln.

Und Maria sagt: "Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut
... So geht es allen Kleinen der Erde, er beugt sich, er ist der Einzige, der sich über unseren Humus beugt, und es ist dieser Blick, der das Kind in uns sich erregen lässt. Und das werdet ihr alle erleben... alle Altersgruppen, alle Generationen werden mich selig preisen.“

Dieser "Drache", von dem die Offenbarung spricht, diese "Mächte", von denen der heilige Paulus spricht, all jene, die das Kind töten wollen, sobald es geboren ist, werden fallen, denn es gibt eine Geschwindigkeit, eine Geschwindigkeit der Liebe, eine Geschwindigkeit der Freude, eine Geschwindigkeit des Glücks. Und die Offenbarung wird uns sagen: "Das ist der Sieg, er ist da! Und all die falschen Festigkeiten, all das, was wir geschaffen haben, um uns eine Ersatz-Ewigkeit zu geben, wird weggefegt werden! Das Einzige, was zählt, ist, dass der Tod stirbt, dass die Trägheit verschwindet. Und das kann nur geschehen, wenn wir uns öffnen, mit dem Heiligen Geist erfüllen zu lassen, wie Maria, unsere Schwester. Dies ist seit Jahrhunderten das Geheimnis der Kirche.

In diesem Augenblick treten wir in das Geheimnis der Himmelfahrt ein. Durch unsere alltägliche Erfahrung: diese Erregung, diese Geschwindigkeit, dieser Schwung, der da ist, der mitwirkt, der gewünscht wird, ist bereits unsere Himmelfahrt. Es ist der auferstandene Jesus, der bereits von unseren Körpern Besitz ergreift, unseren schwachen und zerbrechlichen Körpern, denn es gibt diese innige Zusammenarbeit, die das Geheimnis eines jeden von uns ist, wenn man Maria aufnimmt. Denn sie hat die Gnade, diese Frische, diese Klarheit, diese mütterliche Zärtlichkeit zu bringen, die uns in diese Sicherheit bringt, sie ist tapfer, und "sie ging schnell nach Hause in Judäa".

Möge Maria in uns, in jedem von uns, das Kind der Elisabeth finden, das schon hüpft, und die Frau, die vom Heiligen Geist erfüllt ist. Amen.

Roger Robert
15. August 2005

 

Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz

"Tressaillez de joie", CD Tissage d'or 3 (Communauté de la Roche d'or)