/image%2F4632785%2F20220415%2Fob_d5b2b8_florinjoue-rec1.jpg)
Wenn Paulus sagt: "Die Liebe Christi drängt uns", dann ist das ein wenig das, was wir erleben, und darin finden wir das Glück. Wollen Sie glücklich sein? Nun, dann sollten Sie wissen, dass "der Gesandte nicht größer ist als der, der ihn sendet; wenn Sie das wissen, werden Sie glücklich sein, wenn Sie es tun". Was soll ich denn sonst tun, wenn nicht das, was mein Herr tut? Man hat Anteil. Das ist der Titel dieser Exerzitien: "Nachdem er die Seinen geliebt hatte, liebte er sie bis zum Ende“.
Sein Leben für die zu geben, die man liebt, so geht Jesus bis zum Ende der Liebe, um all jenen, die engstirnig und stur sind und das Licht nicht empfangen wollen, zu sagen, dass dies doch der Sinn des Lebens ist. "Und Sie, auch wenn Sie es nicht wollen, wird es Ihnen weiterhin geschenkt." Aber das ist nur der erste Anfang der Liebe. Das letzte Ende, über das hinaus es kein Ende gibt, besteht darin, sich in Gemeinschaft mit demjenigen oder derjenigen, den oder die man liebt, sich hinzugeben. Dann gibt es ein Emigrieren von einem Land in das andere. Hier, mit Christus, gibt es eine Emigration, gegenseitige Innerlichkeit, Gott-Mensch, Mensch-Gott, das ist es, was uns angeboten und vorgeschlagen wird, nicht weniger. Danach ist es offensichtlich, dass Gott sein ganzes Maß gegeben hat, er kann nicht mehr weitergehen.
Da Maria ihr alles gibt, kann sie nicht mehr weitergehen. Da ist also Gott in Maria, Maria in Gott, das ist Maria Himmelfahrt, das ist die Herrlichkeit. Was wollen Sie mehr für Gott? Was wünschen Sie sich mehr für Maria? Es ist die vollkommene Seligkeit, die bewirkt, dass von Gott und Maria, von Maria und Gott eine ständige Ausstrahlung von Vitalität auf uns ausgeht, damit auch wir wissen, was mit ihr geschehen ist, und es anderen mitteilen. Und hier finden wir wieder das Teilen, aber ein realistisches Teilen, das bis zum Ende geht.
Es mag auffallen, dass Johannes in seinem Evangelium nicht über die Einsetzung der Eucharistie berichtet, während Lukas, Paulus und die anderen Evangelisten sich damit beschäftigen. Was ist also die Antwort? Sie besteht darin, dass wir das Gleichnis von der Fußwaschung als eine erstaunliche Gestikulation des Geheimnisses der Eucharistie der Liebe bis zum Ende lesen zu können.
Natürlich kann man daraus eine moralische Lehre ziehen, aber vor allem sieht man: "Wer mich sieht, sieht den Vater", man sieht die Offenbarung des innersten Geheimnisses Gottes, der seine Geschöpfe verehrt und vor ihnen kniet und sie Fuß für Fuß oder Fußpaar für Fußpaar in seinen Händen hält, sie an seine Brust drückt, sich um sie kümmert, sie wäscht, sie trocknet ... und fast bedauernd zum Nächsten übergeht, er lässt sich Zeit ...
Man muss ganz einfach auf Abraham zurückblicken, man muss auf die berühmte Szene mit den drei Besuchsengeln zurückblicken, die zur Zeit der Siesta kommen, und dann empfängt Abraham sie und gewährt ihnen Gastfreundschaft. Die biblische Gastfreundschaft besteht in erster Linie aus der Fußwaschung. Denn es ist heiß in diesem Land, der Staub ist klebrig, man ist müde und die Füße sind geschwollen. Aber Abraham hat den Besuchern sicherlich nicht die Füße gewaschen. Der Herr wäscht den Besuchern nie die Füße! Abraham hat die Füße waschen lassen, dafür waren die Diener und Sklaven da. Und was sehen wir hier? Wir sehen Jesus, der sagt: "Eure Füße sind meine Sache"Aber wer ist dann Gott? Was ist die Offenbarung dieses Wahnsinns der Liebe, dieser Leidenschaft der Liebe Gottes für die Füße seiner Geschöpfe?
/image%2F4632785%2F20220415%2Fob_fcc1e3_giotto-le-lavement-des-pieds-dans-text.jpg)
Die Füße sind das Organ der Freiheit. Der Mensch ist ein Wanderer, er hat in der Geschichte seiner Entwicklung so lange gebraucht, um sich sich aufrechte zu stellen auf beide Füße, bis er so weit war, dass seine Stirn zum Himmel gerichtet ist und sein Kopf bestimmt und seine Füße ihn überall hin mitnehmen. Es ist eine Pracht, die menschlichen Beine! Letztlich, bewundern Sie sie! Und Gott konnte nicht widerstehen, er brauchte auch Füße. Also bat er Maria, ihm welche zu geben, und spüren wir jetzt die Bewunderung Gottes für sein menschliches Geschöpf? Spüren wir diese positive Bedeutung der menschlichen Existenz, wenn wir sehen, dass Gott dich ruft und dich bittet ... Gibst du ihm deine Füße? … Nun, Gott nimmt all diese Füße, seine menschlichen Geschöpfe. Er ist es, der das tut, er kommt, um uns abzuholen, um uns mit sich zu nehmen, und er bettelt und bittet um die Füße. Dann sehen Sie das Drama von Petrus, der sich weigert, sie ihm zu geben. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass Petrus nicht akzeptiert, auf diese Weise geliebt zu werden, großzügig, kostenlos. Was würde er denn gerne tun? Etwas verdienen? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall gibt es einen Fehlschlag zwischen Petrus und Jesus. Ich weiß nicht, welche Gemeinschaft Petrus am Abend des Gründonnerstags hatte ... Aber alles, was ich weiß, ist, dass er seine Füße in seinen Taschen aufbewahrt. Er will sie Jesus nicht sofort geben. Da besteht Jesus überraschend darauf: "Du sollst mir nicht die Füße waschen, niemals!", sagt Petrus. Wenn ich dich nicht wasche", sagt Jesus, "gibt es nichts zwischen uns".
Wir befinden uns hier im Herzen des Mysteriums der Kirche, denn im 22. Kapitel des Lukas-Evangeliums entspricht diese Passage genau dem berühmten Streit am Abend des Gründonnerstags: "Wer hat den ersten Platz?" Und unter den Jüngern wird gezankt und gestritten. Da sieht sich Jesus gezwungen, seine Stimme zu erheben: "In der Welt ist das so, bei euch ist nichts dergleichen!" Der lapidare Satz Jesu verlangt danach, so übersetzt zu werden. Worum geht es also, wenn die Liebe bis zum Äußersten geht? Es gibt diese Fürsorge, die unwiderruflich ist. Natürlich führt einen die Vaterliebe, die Mutterliebe, die eheliche Liebe, wenn sie edel ist, in eine erstaunliche Analogie. Aber genau das ist es, was einem jeden von uns vom Herrn angeboten wird. Gleich, im Moment der Kommunion, wird Jesus meine Füße nehmen und sie mir in orientalischer Art waschen, um sie zu erfrischen, aber vor allem, damit ich Ihn, meinen Gott, auf Knien vor mir sehe. Wenn ich dieses Schauspiel in mich einlasse, wird mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt: "Auch ich werde bis zum Ende gehen.“
Wer ist denn Gott: "Wer mich sieht, sieht den Vater." Gott erschafft jetzt kniend, er fängt an, aber er bittet uns um die Erlaubnis, uns zu lieben, Gottes Freiheit für den Menschen.
Florin Callerand
6. April 1987 (Gründonnerstag)
Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz
"Rassemblés dans l'amour du Christ", CD Tissage d'or 1 (Communauté de la Roche d'Or)
Um den Text des Liedes zu sehen "Rassemblés dans l'amour du Christ"
/image%2F4632785%2F20260504%2Fob_e268c8_plan-de-travail-1.png)
