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Blog von La Roche d'Or

Blog von La Roche d'Or

Gemeinschaft Roche d'Or in Besançon und Fontanilles

Veröffentlicht am von P. Florin Callerand
Veröffentlicht in : #singen

Johannes 15,26 bis 16,4

Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aussenden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid. Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.  Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. Ich habe es euch aber gesagt, damit ihr euch, wenn die Stunde kommt, daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe.

Der Beruf des Sohnes ist kein leichter Beruf. Der Beruf der Söhne des Sohnes, die in der Welt das Zeugnis weitergeben, das der Sohn vom Vater gegeben hat, ist ebenfalls kein ruhiger Beruf, denn die Welt greift an...! Deshalb sagt Jesus: „Ich werde euch einen Verteidiger geben“, der Heilige Geist ist der Verteidiger Jesu!

Aus diesem Grund akzeptieren diejenigen, die Gott nicht als Vater kennen, keine echte menschliche Gemeinschaft in der Gleichheit der Personen, in der alle Kinder desselben Vaters seine Kinder sind und somit Brüder und Schwestern. Wenn man sagt, dass Gott Vater ist, zwingt das zu einer radikalen Erneuerung der menschlichen Gemeinschaft, die in fast allen Fällen keine Gemeinschaft ist. Es ist keine Familie, es ist entweder ein Regiment oder ein anonymer Fabrikkasten, es ist die Gesellschaft der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Gott als Vater darzustellen, zwingt dazu, alles zu ändern, alles zu renovieren! Und dann gibt es diejenigen, die Gott als Vater darstellen, aber als paternalistischen Vater, einen Vater, der in gewisser Weise noch schlimmer ist als ein autokratischer Vater: ein Weicher, der von seinen Kindern nichts anderes erwartet als unterwürfigen Gehorsam oder einen feuchten oder süßen Gehorsam. In beiden Fällen: ob jemand leugnet, dass Gott Vater ist, oder die Wahrheit seiner Vaterschaft entstellt, es ist eine Katastrophe!

Aber dann können diejenigen, die Jünger Jesu sein wollen und die gespürt haben, dass Gott Vater ist, Vater, wie Jesus ihn zeigt, die können sich darauf gefasst machen, alles Schlimme zu erleben: Verfolgung und Einwände, zuerst in sich selbst, weil die Welt in sie eindringt. Wenn wir nicht die Verteidigung des Anwalts haben - (Verteidiger und Anwalt ist das gleiche Wort, die gleiche Sache. Der Anwalt ist der Verteidiger dessen, der angeklagt wird) -, wenn der Heilige Geist nicht von innen kommt und uns zeigt, dass wir Recht haben, Jesus als den Sohn eines solchen Vaters zu spüren, dann stürzen wir zusammen und kehren rückwärts zu einem anderen System zurück, das nicht das System der wahren Gemeinschaft ist, wie der Vater sie verwirklicht und seinem Sohn gibt, sie zu verwirklichen...

Der Heilige Geist ist der Verteidiger Jesu. Jesus musste sich alle möglichen Reaktionen gegen seine Gemeinschaft in Kafarnaum, gegen seine Gemeinschaft in Bethanien anhören. Er musste innerlich gestärkt werden, weil alle zu ihm sagten, allen voran Judas: „Du bist verrückt! Das wird nicht halten! Und Männer mit Frauen, stell dir das vor! Und der Ausgleich, das Zusammenlegen von allem ..., du bist verrückt!!!“ Und Jesus wurde vom Heiligen Geist bestärkt: Er hält durch und zieht mit seiner Bande, seiner Gemeinschaft von Verrückten, die auf seine Weise leben, die die Verrücktheit ist, nach Jerusalem hinauf...

Das ist es, was Paulus sagt: „Die Torheit nach der Welt ist die Weisheit nach Gott ...“. Diese Weisheit des Vaters, Weisheit des Sohnes, das ist es, was wir jetzt zu leben haben. Und unser Bemühen, Gemeinschaft zu leben, ist, weil wir glauben, dass der Vater nicht irgendein Vater ist! Er ist Vater gemäß dem, was Jesus Christus uns über ihn offenbart und uns anbietet, so zu leben, wie man in der Heiligen Dreifaltigkeit lebt, in der absoluten Gleichheit der Personen. Nicht im Gehorsam, sondern im Entdecken der Liebe und dem Zuhören und der Aufmerksamkeit und dem Einbringen, der Aufnahme und dem Zusammenbringen, damit daraus eine „Uni-Trinität“, eine „Uni-Vielheit“ wird, in der wahren Gemeinschaft...

Wir brauchen das Plädoyer des Heiligen Geistes in uns, der uns sagt: „Macht weiter! Ihr habt Recht!", sonst können wir keine neuen kleinen Schritte machen, denn die Finsternis der Welt ist so stark, dass sie uns zurückwerfen könnte! Wir brauchen den Geist des Gehens, um unsere kleinen Schritte zu tun. Und der Geist des Gehens lässt uns an Jesus kleben und an dem, was er um sich herum tut: seine Gemeinschaft.

„Führe uns nicht in Versuchung“, das ist die richtige und wörtliche, direkte Bedeutung der Bitte: „Lass uns nicht der Versuchung erliegen!“ Wir werden bedroht. Wir werden in uns selbst und um uns herum angegriffen. Mögen wir nicht der Versuchung verfallen, die darin besteht, die Vaterschaft Gottes, wie sie in Wirklichkeit ist, aufzugeben und sie durch eine falsche Vorstellung von Vaterschaft oder durch das Fehlen von Vaterschaft zu ersetzen. Das ist die Versuchung! Sie lauert ständig auf uns. Und der Heilige Geist belebt, reanimiert, plädiert ... Er lässt mehr und mehr aufleuchten, dass dies das Herz der Gemeinschaft ist, der Sinn der wahren Vaterschaft.

Unsere Beziehung zu Gott, das ist es, was unsere Beziehungen zueinander absolut bedingt. Wenn wir das falsche Bild von Gott in uns, unter uns haben, kann es nicht gut gehen: Es kann keine wahre Gemeinschaft geben. Wenn die Quelle vergiftet ist, ist der ganze Fluss vergiftet... Die Rolle des erleuchtenden Heiligen Geistes ist es, uns zu verteidigen: Wenn er uns erleuchtet, verteidigt er uns, er schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe! Indem er uns spüren lässt, wer der Vater Jesu ist, verteidigt er uns vor allen falschen Vorstellungen von Gott und bringt uns dadurch dazu, untereinander in Klarheit, Authentizität, Loyalität und Einfachheit zu sein... Der Heilige Geist ist Wächter, Anwalt (Verteidiger) und Exeget (Kommentator). Das sind die drei Worte, die ihn charakterisieren. Und den Ruf nach dem Heiligen Geist mit der letzten Bitte des Vaterunsers in Verbindung zu bringen, ist der richtige Sinn des Evangeliums. Ah: „Lass uns nicht in Versuchung geraten und erlöse uns von dem Bösen...“. Das Böse besteht darin, die Vorstellung vom Vater zu verderben.

Bleiben im Konkreten des Evangeliums und im Konkreten der Gemeinschaft. „Ihr werdet Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid“. Was bedeutet das nach dem Evangelium? Es bedeutet, dass Jesus seit der Taufe durch Johannes am Jordan Jünger zu sich genommen hat, und drei Jahre lang haben die Jünger ihn gesehen, und gesehen, und gesehen... und gehört, und gehört.... Alles, was Jesus sagte, sein ganzes Verhalten, alles war Offenbarung des Vaters! „Darum könnt ihr von dem Vater zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir gewesen seid.... Ihr habt gesehen, wie ich den Vater gezeigt habe mit der Samariterin, mit Nikodemus, mit dem Gelähmten in Betsaida, bei der Brotvermehrung... Ihr habt gesehen,... Es war immer das Zeugnis des Vaters, das ich gab. Ihr habt mich drei Jahre lang gesehen, wie ich den Vater bezeuge, also macht weiter ...“. !  Das ist der richtige Sinn'...

Und was ist nun die gemeinschaftliche Bedeutung? Kann ich zum Beispiel wie Jesus sagen: „Ich kann gehen, ihr habt mich 33 Jahre lang gesehen, wie ich den Vater bezeuge“? Hm! Ja! Wie man oft hier in der Region sagt: „Des fois oui ... de belles fois, sûrement, mais d'autres fois ...“ (Manchmal ja ... manchmal schön, sicher, aber anderes mal ...). Das muss jeder für sich selbst übernehmen! Oh, la, la! ...“ Sehen Sie, was das bedeutet: „Da ihr von Anfang an bei mir seid ...!“! Nicht ein einziges Mal schwankte Jesus im Zeugnis des Vaters! Also sagte er zu seinen Jüngern: „Jetzt könnt ihr gehen, da ihr von Anfang an bei mir seid. Ihr wisst, wie man den Vater bezeugt“! Für uns ist das eine Neubesinnung: versuchen, besser Zeugnis abzulegen und morgen einen kleinen Schritt zu tun...
 

Florin Callerand
Am 28. Mai 1984


Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz

"Je bénirai le Seigneur (Psaume 33)" CD Tissage d'or 5 (Communauté de la Roche d'or)