Gesegnetes Pfingstfest!

Wir wissen, was menschliche Laune ist, und wenn wir die Gelegenheit haben, aus der Banalität herauszukommen, oder was in einer Existenz langweilig sein kann, vergehen diese Momente wie alle anderen. An diesem Tag feiern wir diesen Jubel der Freude Gottes, der kommt, um uns allen mitzuteilen, was er für uns bedeutet. Er ist keinen Schwankungen unterworfen, und deshalb können wir uns freuen, denn es gibt eine Freude, die Bestand hat. Es ist kein Glück, das von uns kommt, es ist eine Freude, eine Intensität, die von ihm ausgeht. Wollen Sie wirklich Gottes Freude erfahren?
Hier sind einige Worte des Hl. Jean-Marie Vianney, dem Pfarrer von Ars:
Wenn man den Heiligen Geist hat, dehnt sich das Herz in göttlicher Liebe aus. Die Fische beschweren sich nie darüber, dass sie zu viel Wasser haben. Ohne den Heiligen Geist kann man nichts tun. Man glaubt zu beten, aber man betet nicht, man redet, man tratscht. Hängen Sie einen Fisch an einen Baum, es wird immer ein Fisch sein, aber ohne Wasser kann er nicht leben.
Ohne den Heiligen Geist sind wir wie ein Stein auf dem Weg... Nehmen Sie in der einen Hand einen in Wasser getränkten Schwamm und in der anderen einen kleinen Stein, drücken Sie beide zusammen. Aus dem Kieselstein wird nichts herauskommen, und aus dem Schwamm werden Sie viel Wasser herausdrücken. Ohne den Heiligen Geist ist die Seele wie ein Kieselstein, aus dem nichts herauskommen kann.
Der einzige Beweis, den wir von der Auferstehung Jesu haben, ist sein Handeln in unseren Herzen, es ist der Heilige Geist. Deshalb ist dieses Pfingstfest die Geburtsstunde der Kirche, die Geburtsstunde dieser Frauen und Männer, die in sich selbst entdecken - was Jesus ihnen gesagt hatte, was sie aber nicht glaubten -, dass Ströme lebendigen Wassers in uns aufsteigen können. Wir sind nicht dazu verurteilt, am Ufer zu stehen und zu sagen: "Ich würde gerne eintauchen, aber ich traue mich nicht, es ist zu kalt. Wir müssen Überfluss haben, das Überangebot, weil wir sonst immer Angst haben, dass etwas mangelt.
Gibt es in uns einen Wunsch, der nicht stirbt? Gibt es einen Durst, der zwar gestillt wird, aber dennoch andauern kann? Gibt es in uns ein Verlangen, das stark genug ist, zu verhindern, dass wir eines Tages ins Nichts stürzen? Was ist die Kraft, die uns bewegt hat, und was ist die Kraft, die uns halten wird, wenn wir uns nicht mehr halten können? Der Wunsch des Menschen ist es, zu leben, aber nicht einfach unbegrenzt zu leben... Wir kennen die Schwierigkeiten des Alters sehr gut. In unserer Zeit wird die Zahl der Lebensjahre höher, aber wir bekommen die Jugend nicht zurück und es ist schwierig, ein Leben anzunehmen, das dauern kann, das aber immer weniger wird. Es muss einen Wunsch geben, der nicht stirbt, und wir können ihn uns nicht selbst geben, weil wir alle vergehen. Deshalb, so sagt uns Jesus, "sandte der Vater seinen Sohn, damit wir im Vertrauen auf ihn nicht sterben. "(Johannes 3:16).
Wenn wir beginnen, das intime Leben Gottes zu empfangen und uns von Christus führen zu lassen, suchen wir nicht mehr nach einfachen, schnellen, unbefriedigenden Kompensationen. Wir haben nicht mehr nur eine Dynamik des Überlebens, den Impuls, zu versuchen, aus eigener Kraft herauszukommen, wir haben in uns den Impuls der Göttlichen Personen, den Impuls Gottes selbst, und es gibt dieses Glück, Ihn zu kennen. Der heilige Paulus sagt: "Die Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgegossen worden durch den Heiligen Geist, der uns gegeben wurde. "(Römer 5:5)
Es ist nicht irgendeine Liebe, es ist eine Liebe, die den ganzen Menschen ganz und gar will, für immer. Es ist eine Liebe, die sich dem anderen, den anderen und vor allem dem tiefen Geheimnis Gottes öffnet, denn es geht einfach darum, ihn zu lieben, es geht nicht einfach darum, von ihm Vorteile zu erwarten. Viele Menschen, wenn sie an den Heiligen Geist denken, denken an eine Superenergie, die unsere Unzulänglichkeiten ausgleichen würde, so wie wir Medikamente nehmen, um etwas fitter zu sein. Darum geht es nicht, sondern um das Tiefste im Menschen, dieses Verlangen nach Gott, wo ER jeden Augenblick in uns schöpferisch ist.
Die Jünger Jesu erfahren zwar, dass Jesus jetzt da ist, aber sie erleben auch, dass er nicht mehr so gegenwärtig und zugänglich ist, wie er einst war. Etwas wird in ihnen geboren, und in den Momenten, in denen er abwesend ist, ist es, als ob er auf eine neue Art und Weise präsent wäre. Er ist nicht außen, aber innen präsent. So wie sie in der Vergangenheit, als sie Jesus sahen, die Gegenwart seines Vaters in ihm ahnten, so ist er jetzt derjenige, der in ihnen lebt. Aber sie sind so schlecht daran gewöhnt, dass sie nicht wissen, sich anzupassen und wie sie diese Dinge sagen sollen. Wenn sie den Mund aufmachen, machen die Menschen die Augen weit auf und lassen sie verstehen, dass sie nicht normal sind: Wir haben noch nie jemanden gesehen, der lebendig ist, obwohl er gestorben ist!
Sie können nicht ausdrücken, was in ihnen passiert ist. Sie befinden sich in einem Prozess der Veränderung, der Öffnung für das Unbegreifliche des Einen, mit dem sie zusammen waren. Der Eine, den sie tot sahen und der in das Grab gelegt wurde, ist in der Tat derselbe, dieser Jesus von Nazareth, der ihnen als Gott erscheint. Das lässt Thomas sagen: "Mein Herr und mein Gott. "(Johannes 20:28) Sie hatten nie ahnen können, dass sich alles Göttliche im demütigen Nazarener manifestieren könnte. "Gott"? Das ist Schau! Und derjenige, mit dem sie gingen, mochte weder Schau noch Prestige. Und Er ist der, der unter den Gesetzesbrechern gestorben ist, der mit ihnen gekreuzigt und in Eile mit ihnen begraben wurde, Er ist es!
An diesem Tag, mit Maria in ihrer Mitte, gibt es diese Gegenwart, diese Intensität und diese Flamme, die wächst, wie ein Feuer, das ein wenig zu rauchen beginnt, die Glut wird heiß. Sie stehen nahe beieinander, und wenn ein Glühfunke wächst, erscheint die Flamme. Das passiert an diesem Tag. Die ganze Zeit haben sie gebraucht, um ihren Blick aufeinander zu richten, sie haben es gewagt, ein Wort zu riskieren, das sie aus sich herausgehen ließ, um zu sagen, was Jesus in ihnen tat. Sie sprachen, sie sagten, was sie erlebten... Und jetzt, während sie sprachen, waren sie nicht mehr einfach nur die Männer von damals, Freunde von Jesus. Sie sind es, aber sie sagen, wie dieser Jesus sie überrascht, wie er in ihnen arbeitet, und während sie über ihn sprechen, entsteht eine Wärme zwischen ihnen. So sagen die Jünger von Emmaus: "Brannte uns nicht das Herz, als er auf dem Weg zu uns sprach und uns die Heilige Schrift erschloss? "(Lukas 24:32) Sie wissen nicht, dass er es war, aber die Glut schwelt in ihnen, bis zu dem Augenblick, wo diese Glut in Flammen aufgehen wird.
Was hier geschieht, ist ein Ereignis, das überwältigt und die Intensitäten ans Licht bringt, die bis dahin auf das Maß dessen reduziert war, was man aus Gewohnheit macht, was man braucht... Das führt nicht sehr weit. Und jetzt ist es ein lebhaftes, intensives Verlangen, als ob es diesen Windstoß geben müsste. Ein bisschen so, als ob Gott sagen würde: "Das muss sich ändern! Ansonsten werdet Ihr immer lauwarm bleiben. Es muss eine Intensität geben, damit Ihr Euch erweitern könnt, damit Ihr Euch öffnen und sehen könnt, dass es mehr gibt! »
Wir sterben am "nicht genug"... Dieses Feuer, das sie ergreift, das sie überwältigt, das sie nicht mehr kontrollieren können, ist ein Freudenjubel und sie beginnen zu reden... "Jeder hat sie in seiner Muttersprache gehört" Was ist die Muttersprache? Gottes Muttersprache ist jene Liebe, tief in uns, die uns ausmacht. Wir existieren durch die Liebe der göttlichen Personen untereinander. Und so erreichen im Austausch untereinander die Jünger den Ort des Güte, der in jedem Wesen ist.
Dann gab es dieses Aufflammen, dieses Ereignis eines Atems, so stark wie ein Beben, das das Haus erschüttert... Als ob tief in uns Vulkane unter der Erdkruste aufsteigen würden. Gottes Lava steigt in uns auf. Die Jünger erfahren die ganze Tiefe, die Breite, die Höhe, die Länge dieser Liebe, die wir uns nicht einmal vorstellen können und die uns sehen lässt. Man sieht nur, wenn es diese Intensität gibt...
Nur die Intensität der Liebe besiegt den Tod und lässt uns wieder auferstehen. Wenn es nicht die Intensität einer Liebe gibt, geht alles in die Brüche. An diesem Pfingsttag sind die Jünger die ersten, die diese Erfahrung machen, von Leib und Seele Jesu absorbiert zu sein, der sie lebendig macht. Sie sind sich jetzt sicher, dass sie das, was sie gehört und gesehen haben, von innen heraus zu entdecken beginnen. Sie werden zu Sehern, und sie haben vor allem diesen unerschütterlichen Mut Gottes, zu gehen, zu gehen... Jetzt kommt diese Kraft! Sobald man von Jesus berührt ist, ist dieser Anstoß unaufhaltsam. Man kann nichts aus sich selbst heraus. Man muss hochgehoben werden, man muss in Besitz genommen werden, und das Einzige, was Christus von uns verlangt, ist, bei ihm zu bleiben.
Das Pfingstfest ist jenes fröhliche und freudige Fest der mitteilbar gemachten Erfahrung Jesu, und es ist auch das Fest der Sehnsucht des Menschen, wenn er beginnt, sich zu öffnen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Gott begehren ... Ich wünsche Ihnen, dass Sie um Nächstenliebe bitten. Ohne Wohltätigkeit ist keine Wahrnehmung möglich. Paulus wird sagen: "Ich könnte den Glauben haben, Berge zu versetzen, ich könnte den Glauben haben, die Sprache der Engel zu kennen, ich könnte alle Wissenschaften kennen... Ich könnte so großzügig sein, all meinen Besitz zu geben und bereit sein, ins Martyrium zu gehen, meinen Körper den Flammen zu übergeben, wenn nicht diese Liebe, die von Gott kommt, in mir ist, bin ich nur ein schallendes Becken. "(Vgl. 1Korinther 13,1...3) Nur Liebe macht sehend, nur Liebe erzeugt Begehren und Liebe für ihn. Und die Liebe zu ihm wird sich notwendigerweise auf meine Brüder auswirken, denn wenn wir diese Sprache von IHM zum anderen lernen, lernen wir diese Sprache von jedem von uns gegenüber den anderen. Es gibt keinen anderen Weg: "Ohne mich könnt ihr nichts tun... Bleibt bei mir..."
P. Roger Robert
Pfingstsonntag 27 Mai 2012
Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz
Pfingstbrise am Roche d'Or
"Ouvrez vos voiles", CD Tissage d'or 2 (Communauté de la Roche d'or)
Um den Text des Liedes zu sehen "Ouvrez vos voiles"
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