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Unsere Neujahrsgrüße drücken unseren Wunsch aus, andere glücklich zu machen. Wenn wir gute Worte sagen, lassen wir die Güte aus uns herauskommen und es ist eine Kraft, die uns voranbringt! Auch Gott spricht, und von ihm gehen nur gute Worte aus, Worte, die zum Leben ermutigen. Das ist das, was wir "den Segen" nennen: "Gutes sagen" (lat: benedicere. Anmerkung der Übersetzer). Es ist eine große Verantwortung, denn wenn wir nicht genug Gutes sagen, kommt es nicht.
Und wenn wir etwas Schlechtes sagen, wird es "Verleumdung" oder "Fluchen" genannt. Dinge falsch oder schlecht darzustellen, Verleumdung, üble Nachrede, Beleidigung, das sind Verbrechen, denn wir nehmen jemandem das Glück zu existieren, den Antrieb zu existieren. Jeder Mensch, was auch immer er getan hat, braucht die Wiederherstellung seiner Ehre, d.h. jener Güte, in der man die Kraft findet, sich auszudrücken, aufzubauen, zu ermutigen. Wir sind für diese Ermutigung verantwortlich.
Wenn ich all die Verunglimpfungen, all die Anschuldigungen, all die Zweifel, all das Misstrauen im Radio oder Fernsehen höre, schafft das ein entmutigendes Klima. Aus unseren Lippen kommen oft negative Worte, Worte, die Menschen einsperren. Manchmal neigen wir dazu, was nicht klappt zu sehen und es zu sagen oder es überzubetonen. Natürlich müssen wir auch das Schlechte anprangern... aber das ist dann, um das Gute erscheinen zu lassen. Diejenigen, die Ungerechtigkeit anprangern, tun Gutes, aber was uns betrifft, sollten wir genau hinsehen, ob wir uns entscheiden, das Gute zu sagen...
Gutes zu sagen bedeutet, ein Lächeln erscheinen zu lassen, es bedeutet, Anerkennung erscheinen zu lassen, es ist wirklich eine Ermutigung zu existieren. Im Laufe der Geschichte segnet Gott nur. Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich auf diese Entscheidung einlassen, diese Wahl, Gutes zu sagen. Je weiter ich in meinem Leben voranschreite, desto mehr erkenne ich die Wichtigkeit dieser Entscheidung, die wir treffen können, in uns selbst.
Wir wissen, dass unser Gott gewinnt, und dass er gewinnen wird, denn er sagt immer das Gute, er sagt das Gute zuerst. In der Apokalypse hat der Heilige Johannes ein Bild: Er zeigt uns vier Pferde, die auf die Ereignisse der Geschichte hinweisen, und dasjenige, das vorne geht, ist das weiße Pferd. Der, den er trägt, der weiße Reiter, hat einen Bogen... ohne Pfeile. Er ist derjenige, der den Segen trägt, der "Gutes sagt". Ihm folgt das rote Pferd, der Krieg; das schwarze Pferd, die wirtschaftliche Ungerechtigkeit; das gelbe Pferd, die Seuche. Die Frage ist: "Glauben wir, dass das Gute gewinnen wird?" In bestimmten Situationen in unserem Leben gibt es eine Angst tief in uns, und wir fragen uns: "Wird das Böse, die Krankheit, das Unglück überhand nehmen?" Wir fragen uns, wer wohl gewinnen wird. In seiner Vision sagt der Hl. Johannes: "Es ist der weiße Ritter." Und die anderen Pferde werden ihn nicht einholen können, denn Gott geht mit Segen in den Krieg.
Mögen wir uns in unserem Leben dafür entscheiden, das Gute zu sagen, uns zu investieren, uns mit gütigem Blick zu zeigen, damit jeder ermutigt wird, voran zu gehen und so viel wie möglich Güte und Schönheit auszustrahlen. Es geht darum, das Gute zu sehen, es gut zu sehen und zu wollen. Wenn Menschen in verzweifelten Situationen gefangen sind, für die es scheint, dass wir keine Mittel haben, um zu reagieren oder zu handeln, gibt es Segen, der auch in Vergebung umschlägt. Anstatt jemanden für das Böse, das er getan hat, einsperren zu wollen, haben wir - durch Gott, der es in uns tut, anders ist es nicht möglich - die Fähigkeit, schon in uns selbst das volle Ausmaß eines Willkommens zu geben: "Deine Zukunft ist in mir offen." Wenn es Situationen oder Menschen gibt, die unerreichbar zu sein scheinen, können wir sie innerlich mit Gott erreichen, der immer gut über jeden spricht.
Dass es bereits in uns den Raum gibt, wo es heißt: "Die Zukunft ist offen". Das schrieb Christian de Chergé (ermordeter Trappisten-Mönch in Tibhirine/ Algerien. Anmerkung der Übersetzer) über den Mann, der ihn eines Tages ermorden würde: "Ich werde dich wiedersehen, mein Bruder."
Roger Robert
31. Dezember 2010
Text ins Deutsche übersetzt von Michèle, Bernd Becker und Gabriele Socher-Schulz
"Les ténèbres sont en train de disparaître", CD Tissage d'or 6 (Communauté de la Roche d'or)
Um den Text des Liedes zu sehen "Les ténèbres sont en train de disparaître"
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